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Zuerst von einem DNA-Test angehört

Vor ein paar Tagen las ich eine sehr aufwühlende Geschichte in einer Zeitschrift. Ein junges Mädchen, 14 Jahre alt, stellte sich eines Tages die Frage, ob ihre Eltern ihre leiblichen Eltern sind. Mit ihrer Mutter gab es ständig Zoff, sie hatte das Gefühl, dass sie in unterschiedlichen Welten lebten. Mit dem Vater hatte sie außerdem auch nicht viel gemein, er war zwar immer nett zu ihr, sagte immer Ja zu allem, aber sie spürte, dass da mehr dahintersteckte. Durch eine Fernsehsendung kam ihr zum ersten Mal der Gedanke, dass sie vielleicht gar nicht blutsverwandt mit ihren Eltern sein könnte. In der Sendung haben die Gäste einen DNA Test durchgeführt. Als sie das ihrer Tante erzählte, zu der sie ein sehr vertrautes Verhältnis hatte, tat diese das erst als pubertäre Phase ab. Nie hatte sie daran gedacht, die biologische Vaterschaft ihres Schwagers anzuzweifeln oder einen Vaterschaftstest machen zu lassen.

DNA Test kommt nicht in Frage

Als sie ihre Schwester – die Mutter des Mädchens – darauf ansprach, stritt diese die absurden Unterstellungen zunächst ab. Das Mädchen sei in der Pubertät, da ist es doch normal, dass sie sich so benimmt. Die Schwester ließ jedoch nicht nach, da auch ihr die geringe Ähnlichkeit von ihrer Nichte zu ihrem Schwager aufgefallen war – äußerlich als auch charakterlich. Da brach die Mutter plötzlich in Tränen aus und gestand ihrer Schwester, dass es damals tatsächlich noch einen anderen Mann gegeben hat. Aus Scham hatte sie es bis heute niemanden erzählt und das Geheimnis jahrelang mit sich getragen. Doch sie merkte selber, dass es nun an der Zeit war, ihre Familie einzuweihen.

Ehrlich währt am längsten

Als sie ihrer Tochter und ihrem Mann die Wahrheit sagte, war das erst einmal ein großer Schock. Das Mädchen sprach einen Monat lang nicht mit der Mutter und auch der Mann distanzierte sich. Er verlangte aber nie einen Vaterschaftstest. Die Mutter litt sehr stark an der Abgrenzung ihrer Familie dachte sich aber, sie habe es verdient. Während diesem Monat geschah jedoch etwas Erstaunliches. Die Tochter und der fraglich biologische Vater verstanden sich immer besser und konnten auch Gemeinsamkeiten finden. Vielleicht spielte die gemeinsame Allianz gegen die Mutter eine Rolle, doch schlussendlich sahen sie ein, dass sie trotz allem eine Familie sind, die sich gegenseitig lieben und zusammen bleiben möchten. Ob sie irgendwann einen Vaterschaftstest machen wollen, das stehe in den Sternen. Ich dachte mir, diese Geschichte wäre auf jeden Fall Talkshow tauglich.

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