Emanuel Geibel




Die Liebe gleicht dem April
bald Frost, bald fröhliche Strahlen,
bald Blüten in Herzen und Talen,
bald stürmisch und bald still,
bald heimliches Ringen und Dehnen,
bald Wolken, Regen und Tränen;
im ewigen Schwanken und Sehnen,
wer weiß, was werden will!


Die Zeit ist wie ein Bild von Mosaik,
zu nah beschaut verwirrt es nur den Blick;
willst du des Ganzen Art und Sinn verstehn,
so musst du´s, Freund, aus rechter Ferne sehn.

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